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Gallisches Dorf liegt in Brandenburg: Bürgerinitiative KW stinkt's sagt Fleischkonzern Wiesenhof den Kampf an

Ein Beitrag von Jens-Martin Rode

Spendensammlung für die Bürgerinitiative KW stinkt's
Spendensammlung für die Bürgerinitiative KW stinkt's

Am Montag, den 3. Dezember 2018 hatten Bürgerinitiative KW stinkt's und NABU Brandenburg ihren Rechtsanwalt beauftragt, beim Landesumweltamt Widerspruch gegen die Erweiterung der Kapazitäten des Schlachthofs in Niederlehme einzulegen. Nachdem das Landesumweltamt Anfang November die Genehmigung für eine Erweiterung der Produktion auf 160.000 geschlachtete Tiere pro Tag erteilt hatte, sagt nun ein ganzes Netzwerk an UnterstützerInnen dem Fleischkonzern den Kampf an. Vorausgegangen ist dem bereits eine zweijährige Auseinandersetzung um die Pläne von Wiesenhof.

 

Ende 2016 hatte der Wiesenhof-Konzern angekündigt, die Produktion in der Schlachtanlage der "Märkischen Geflügel-Spezialitäten GmbH" in Niederlehme von 120.000 Tieren auf 160.000 pro Tag erhöhen zu wollen. Als Anlass für die Produktionssteigerung hatte der Konzern Produktionsausfälle in einem anderen Werk durch einen Brand angegeben.

Schlachtung ohne Genehmigung: Wiesenhof erhöhte illegal die Produktionskapazitäten

Während des Genehmigungsverfahrens kam jedoch heraus: Wiesenhof hatte die Produktion längst hochgefahren und nun versucht, die Kapazitätssteigerung nachträglich genehmigen zu lassen. Nur auf öffentlichen Druck der Bürgerinitiative, des NABU Brandenburg, Germanwatch, Robin Wood, Tierrechtsaktivist*innen von Tierfabriken Widerstand und eines ganzen Netzwerkes an Unterstützer*innen sowie der Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen im Brandenburger Landtag hin wurde die Produktion nach gerichtlicher Verfügung wieder gedrosselt.

 

Wiesenhof hält allerdings an den Plänen fest und hat nun Anfang November die Genehmigung vom Landesumweltamt Brandenburg für die Kapazitätserweiterung bekommen. Aufgrund der bau- und planungsrechtlichen Probleme, der Wasser- und Abwassersituation sowie der mangelhaften Überwachung des Schlachtvorganges durch Veterinäre geht die Bürgerinitiative KW stinkt’s  von einer unrechtmäßigen Genehmigung aus. Umwelt- und Tierschützer bereiten sich auf eine lange gerichtliche Auseinandersetzung vor.

Jetzt den Widerstand gegen Wiesenhof unterstützen!

Die Bürgerinitiative KW stinkt's wird unterstützt von einem breiten Netzwerk an Organisationen, Initiativen und Einzelpersonen. Dazu zählen unter anderem der NABU Brandenburg, Tierfabriken Widerstand, Germanwatch, Robin Wood, Bündnis 90/die Grünen Brandenburg sowie die Freien WählerInnen und die ÖDP. 

 

Besonderer Dank gilt vor allem den vielen Privatpersonen, die sich für die BI engagieren und so den Widerstand gegen den Fleischkonzern Wiesenhof erst möglich machen!


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